Hüttenordnung

Es gilt die Hütten- und Tarifordnung für Alpenvereinshütte  (HüOTO) des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins.

Präamble: Die Alpenvereine (AVS,DAV,ÖAV) bereiben unter teilweise sehr schwierigen Bedingungen ca. 550 Schutzhütten der Kategorie I und II, die allen Bergsteigerinnen, Bergsteigern und Bergwanderden Unterkunft und -soweit sie bewirtschaftet sind- auch Verpflegung bieten. Die Ausstattung ist zumeist schlicht, der Charakter ursprünglich. Alpenvereinsmitglieder unterstützen mit ihren Mitgliedsbeiträgen wesentlich der Erhaltung der Hütten und genießen daher Vorteile gegenüber Nichtmitgliedern. Ihnen gleichgestellt sind Mitglieder von Alpinen Vereinen, die ein Gegenrechtsabkommen mit den oben genannten Alpenvereinen haben. Die nachfolgende Hütten und Tarifordnung richtet sich an alle Hüttengäste und definiert Rechte und Pflichten. Ihre Einhaltung soll ein gedeihliches Miteinander und Sicherheit (z.B. Brandschutz) gewährleisten. Darüber hinaus gelten die gesetzlichen Bestimmungen, die hier nicht gesondert erwähnt werden. Die Alpenvereine betreiben auch einzelne Berggasthöfe (Kategorie III) und Mittelgebirgshütten. für die diese Hüttenordnung keine Gültigkeit hat. Dort gilt lediglich eine Ermäßigung für Alpenvereinsmitglieder und Gleichgestellte.

1. MELDEPFLICHT UND AUSWEIS

1.1 Eintrag ins Hüttenbuch: Jeder Nächtigungsgast muss sich bei Ankunft in das Hüttenbuch eintragen und gegebenfalls weiteren Meldevorschriften nachkommen. Zur leichteren Auffindung Verunglückter und Vermisster wird jedem Hüttengast empfohlen, das Ziel der Bergtour und die Handynummer im Hüttenbuch anzugeben.

2. ANSPRUCH AUF SCHLAFPLÄTZE

2.1. Bevorzugten Anspruch auf einen Schlafplatz vor allen Hüttengästen haben Erkrankte oder Verletzte, denen der Abstieg oder der Transport ins Tal nicht zugemutet werden kann; Rettungsmannschaften im Dienst.

2.2. Hygienische Auflagen: Für alle Schlafplätze ist die Verwendung eines Hüttenschlafsacks verpflichtend vorgeschrieben.

2.3. Reservierungen und Stornogebühr: Die Hüttenwirtsleute dürfen Vorausbestellungen für max. 90% der Schlafplätze entgegennehmen. Es steht den Hüttenbewirtschaftern frei Anzahlungen einzuheben bzw. im Falle von Rücktritt oder Nichtantritt eine angemessene Stornogebühr geltend zu machen. Details erhalten Sie von den Hüttenwirtsleuten. (SIEHE REITER STORNOBEDINGUNGEN).

3. NÄCHTIGUNGSTARIFE

3.1 Nächtigungstarife für AV Mitglieder und Gleichgestellte: Alpenvereinsmitglieder und Gleichgestellte entrichten ermäßigte Nächtigungstarife. Vergünstigungen und Ermäßigungen erhalten nur Mitglieder und Gleichgestellte unter Vorlage eines gültigen Mitgliederausweises. Die Nächtigungstarife enthalten eine Reisegepäcksversicherung; zusätzliche AV – spezifische Abgaben und Zuschläge dürfen nicht erhoben werden. Die Nächtigungstarife sind gegen Aushändigung eines von der Hüttenbesitzenden Sektion festgelegte Nachweises (Kassenbon) zu entrichten. Dieser Nachweis gilt auch als Bestätigung für die Reisegepäcksversicherung.

3.2 Einräumung von Vergünstigungen für hüttenbesitzende Sektion: Den Mitgliedern der hüttenbesitzenden Sektion dürfen keinerlei Vergünstigungen gegenüber anderen Alpenvereinsmitgliedern eingeräumt werden.

3.3 Kostenlose Übernachtung: Kostenlos aufgenommen werde Angehörige der Bergrettungsdienste im Einsatz, Tourenführer/-innen, Wanderleiter/-innen, Kletterbetreuer/-innen, Fachübungsleiter/-innen, Jugendführer/-innen, Jugendleiter/-innen und Familiengruppenleiter/-innen des OeAV, DAV und AVS wenn sie sich als solche ausweisen können und in ihrer Funktion mit einer Gruppe von mindestens fünf Personen unterwegs sind (5 plus 1).

3.4 Überbelegung: Eine Überbelegung rechtfertigt keine Tarifminderung.

3.5 Nächtigungstarife für Veranstalter: Der Übernachtungstarif für Veranstalter darf nicht geringer sein als der Übernachtungstarif für Mitglieder. Veranstalter (juristische Personen und ähnliche Einrichtungen, z.B. Schulen) kann von der hüttenbesitzenden Sektion ein Nachlass auf die Nächtigungstarife eingeräumt werden. Die Buchung, Abwicklung und Abrechnung liegt in der Verantwortung der Sektion. Der Veranstaltungstarif ist eine „Kann-Bestimmung“, d.h. Sektionen, die Probleme in der vorgegebenen Abwicklung sehen, müssen auf Grundlage der Nächtigungstarife verfahren. Für diesen Fall muss eine klare Trennung zwischen Mitglied und Nichtmitglied vorgenommen werden.

4. VERPFLEGUNG:

4.1 Angebotsverfügbarkeit: Zumindest von 12:00 bis 20:00 Uhr muss mindestens eine warme Mahlzeit angeboten werden. Die Hüttenwirtsleute haben das Frühstück und das Teewasser zeitlich abgestimmt auf die lokale bergsteigerische Notwendigkeit anzubieten.

4.2 Bergsteigerverpflegung: für mindestens ein „Bergsteigeressen“ zahlen Mitglieder und Ihnen Gleichgestellte einen um mindestens 10% ermäßigten Preis, der jedoch nicht höher sein darf als 9,00 €. Das Bergsteigeressen ist auf der Speisekarte auszuweisen. Es muss ein alkoholfreies Getränk angeboten werden, das mindestens 40% billiger ist als Bier in gleicher Menge. Nur Mitglieder besitzen das Recht auf Teewasser für € 3,00/Liter (inkl. 2 Tassen).

4.3 Infrastrukturbeitrag (verbleibt bei den Hüttenwirtsleuten): Selbstversorgung ist nicht gestattet. Ausgenommen sind Mitglieder und Gleichgestellte, in den für Selbstversorgung vorgesehenen Bereich. Tagesgäste entrichten bei Selbstversorgung für die Nutzung der Infrastruktur der Hütte € 2,50 und Nächtigungsgäste € 5,00 / Übernachtung. Von diesen Beiträgen befreit sind Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Mitgebrachte alkoholische Getränke dürfen generell nicht getrunken werden.

5. ERSTE HILFE MATERIAL: In jeder Hütte sind Erste Hilfe Materialien im notwendigen Maße durch die Sektion bereitzustellen.

6. VERHALTEN IN DER HÜTTE UND IHREM UMFELD

6.1 Rücksichtnahme und Abfallbeseitigung: Jede Besucherin uns jeder Besucher hat sich in der Hütte und ihrem Umkreis so rücksichtsvoll zu verhalten, das sie bzw. er andere Personen nicht stört. Die Hütte und ihr Umfeld sind sauber zu halten, und alle Gäste haben zum Schutz der Gebirgswelt ihren eigenen Abfall selbst zur ordnungsmäßigen Entsorgung ins Tal mitzunehmen.

6.2 Hüttenruhe: Generell soll von 22:00 Uhr bis 6:00 Uhr in der Hütte Ruhe herrschen. Die Hütten-Wirtsleute können aber im Einvernehmen mit der Sektion den Beginn der Hüttenruhe auch zu einem späteren Zeitpunkt, spätestens jedoch ab 24:00 Uhr festsetzen. Die tatsächliche Zeit der Hüttenruhe ist gut sichtbar anzuschlagen. Früh Aufstehende müssen sich so verhalten, dass sie die Hüttenruhe nicht stören.

6.3 Musizierende und Konzerte: Das spielen von Musikinstrumenten ist nur im Einvernehmen mit den Hüttenwirtsleuten gestattet. Musikalische Darbietungen gegen Eintrittsgeld sind grundsätzlich nicht gestattet.

6.4 Rundfunk-, Fernsehen- und Musikgeräte: Rundfunk-, Fernseh- und Musikgeräte dürfen weder in den Aufenthalts- und Schlafräumen noch im Hüttenbereich benutz werden. Ausgenommen sind der Empfang des Wetter- und des Lawinenlageberichtes bzw. der Betrieb von Audiogeräten mit Kopfhörern außerhalb der Hüttenruhe. Die Hütten-Wirtsleute können für bestimmte abgeschlossene Räume Ausnahmen zulassen, wenn die Gewähr besteht, dass die Gäste in den übrigen Räumen dadurch nicht gestört werden.

6.5 Rauchen: Rauchen ist in der gesamten Hütte verboten.

6.6 Verhalten im Schlafraum: In den Schlafräumen darf weder gekocht noch gegessen werden. Sie dürfen nicht mit Berg- und Schischuhen betreten werden. das hantieren mit offener Flamme (Kerzen, Gaskocher etc.) ist nicht gestattet.

6.7 Verhalten bei Platzmangel: bei Platzmangel dürfen Sitzplätze in den Gasträumen nicht im Voraus belegt werden; auf wartende ist Rücksicht zu nehmen.

6.8 Mitnahme von Haustieren: In allen Schlafräumen sind Haustiere verboten, außer es wird ein Raum deklariert in welchen auch Bergrettungs- und Blindenhunde (etc.) nächtigen können, diesen kommt eine besondere Bedeutung zu. Das Unterbringen von Tieren muss in jedem Fall vorab mit den Hüttenwirtsleuten abgeklärt werden.

Zusätze: Sofern Haustiere gestattet sind, -kann eine angemessene Reinigungspauschale von mindestens € 10,00 erhoben werden. -dürfen diese die Hütte nur gereinigt und trocken betreten. – dürfen diese aus hygienischen Gründen nicht im Bett und nicht auf den AV – Decken liegen. Eine entsprechende Haustierdecke ist vom Tierhalter mitzuführen.

6.9 Beschädigung: Für jede fahrlässige oder vorsätzliche Beschädigung der Hütte oder ihrer Einrichtung hat die Verursacherin bzw. der Verursacher aufzukommen. Für das Verhalten von Kindern sind die Eltern oder die sie begleitenden Personen verantwortlich.

7. AUFSICHT, BESCHWERDEN

7.1 Hausrecht: Die Hütten-Wirtsleute üben das Hausrecht in Vertretung des Vorstands der hüttenbesitzenden Sektion aus.

7.2 Verstoß gegen die Hüttenordnung: Wer diese Hüttenordnung nicht einhält, kann von der Hütte verwiesen werden.

7.3 Handhabung von Beschwerden. Beanstandung und Beschwerden sollen an Ort und Stelle behoben werden. Ist dies nicht möglich, sind sie schriftlich an die Hüttenbesitzende Sektion zu richten. Gegen deren Entscheidung kann der Beschwerdeführer bzw. die Beschwerdeführerin das Präsidium des Hauptvereins (OeAV / Bundesverband (DAV anrufen, wenn er bzw. sie geltend macht die Sektion habe gegen Vorschriften des Alpenvereins verstoßen. Ein Auszug mit den wichtigsten den Hüttengast betreffenden Bestimmungen (z.B. Nächtigungstarife) ist an gut sichtbarer Stelle auszuhängen

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